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Spätmittelalterliche Schlafkammer vom Hof Bierjun

 
Die restaurierte spätmittelalterliche Schlafkammer der Hofstelle „Bierjun“ bei St. Ulrich/Überwasser mit ihrer besonderen Ausstattung wird seit Sommer 2007 in einer multimedial inszenierten Ausstellung erstmals öffentlich präsentiert.

Die auf den Bohlenbrettern erhaltenen Rötezeichnungen aus dem Jahre 1490, mit profanen und religiösen Darstellungen, sind für den Besucher über ein „elektronisches Fenster“ und einem Trailer eindrucksvoll zu ersehen.

Die Ausstellung stellt die Bedeutung der Rötelzeichnungen als seltenes Beispiel religiöser Frömmigkeit im privaten Ambiente hervor und gewährt außerdem Einblick in die Baugeschichte der Hofstätte und den besondern Merkmalen der bäuerlichen Architektur Grödens.

Zum Erklärvideo...
 
Bierjun
Spätmittelalterliche Schlafkammer "Bierjun"
 
 

Das Fastentuch von St. Jakob in Gröden

 
Das Fastentuch von St. Jakob in Gröden ist ein rares Zeugnis barocken Volksglaubens. 400 Jahre alt, vollständig erhalten und mit 24 Bildern versehen, die die Leidensgeschichte Jesu nachzeichnen, hängt es heute im Museum Gherdëina. Im Jahr 2002 wurde es mustergültig restauriert.

Fastentücher waren im Mittelalter aufgekommen, um den Altarraum in der Fastenzeit zu verhüllen, ihn also den Blicken der Gläubigen zu entziehen. Nach und nach wurden sie aufwändiger geschmückt und mitunter mit Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu bemalt. Sie dienten den meist leseunkundigen Gläubigen damit auch als bebilderter Leitfaden durch die Fasten- und Osterzeit.
Das einzige vollständig erhaltene dieser bebilderten Fastentücher in Südtirol stammt aus der Kirche im Weiler St. Jakob in Gröden. Es ist vor rund 400 Jahren von einem unbekannten Künstler geschaffen worden, war bis in die Nachkriegszeit in Gebrauch und hängt nun seit rund 50 Jahren im Museum Gherdëina in St. Ulrich. Dort ist es in den letzten Jahren aufwändig restauriert worden, sodass es heute in seinem ursprünglichen Glanz bestaunt werden kann.
 
Die Geschichte, vor allem aber die Botschaft des Fastentuches hat Verena Niederegger Senoner im Zuge einer aufwändigen Recherche für ihre Masterarbeit entschlüsselt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse können nun auch von Nicht-Fachleuten nachgelesen werden, und zwar in einem in Zusammenarbeit des Museum Gherdëina und des Institut Ladin Micurà de Rü entstandenen, 80-seitigen, reich bebilderten Büchlein. Es enthält alle wichtigen Informationen zu Herkunft und Geschichte des Fastentuchs, entschlüsselt dessen theologische Botschaft, erläutert in einem Gastbeitrag von Paulina Moroder, Direktorin des Museum Gherdëina, die vorbildhafte Restaurierung und bietet auch meditativen Überlegungen von Ulrich Fistill Platz. Zu haben ist die Publikation „Das Fastentuch von St. Jakob in Gröden“ in einer deutschen und italienischen Ausgabe (Preis 10,00 Euro).

Restaurierung des Fastentuchs - Doku
Geheimnisse des Fastentuchs - Video
 
 
Das Fastentuch von St. Jakob in Gröden, Gesamtaufnahme nach der Restaurierung (cm 473 x 365) © Foto: Museum Gherdëina. A. Ochsenreiter
Das Fastentuch von St. Jakob in Gröden, Gesamtaufnahme nach der Restaurierung (cm 473 x 365) © Foto: Museum Gherdëina. A. Ochsenreiter
 
 

„Crist de Val“ (um 1620)

Von höchster künstlerischer Qualität und vortrefflicher Ausführung ist der "Crist de Val", ein Werk aus Lärchenholz, dessen Schöpfer unbekannt ist.

Rätsel gibt die überlieferte Bezeichnung "Crist de Val" auf. Sie lässt vorderhand an eine wie auch immer geartete Beziehung zur Burg Wolkenstein (ladinisch: Ciastel de Val) denken, allerdings fehlen Dokumente, die dies beweisen würden. Vielleicht war die Christusfigur einst in der Nähe der Burg am prähistorischen Handelsweg "Troi Paian" aufgestellt und als "Christus der Wanderer" verehrt. Seit 1960 wird der "Crist de Val" im Museum Gherdëina aufbewahrt.
 
 
Crist de Val
Crist de Val
 
 

Gipfelkreuz von Sëurasas (1932)

Das beeindruckende überlebensgroße Gipfelkreuz von Sëurasas ist ein Jugendwerk der Grödner Bildhauer Vinzenz Peristi (1909-1943) und Baptist Walpoth (1911-1934).
 
Um es vor der Zerstörung durch die Witterung zu bewahren, gelangte es im Jahre 1959 als erstes Objekt in das neu einzurichtende Grödner Talmuseum. Am Originalstandort steht heute bereits eine zweite Kopie.
 
 
Gipfelkreuz von Seurasas (Ausschnitt)
Gipfelkreuz von Seurasas (Ausschnitt)